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FDP Usingen fordert pragmatische Alternativen zur Nordostumgehung
Mobilität ist und bleibt ein zentraler Treiber moderner, zukunftsfähiger Gesellschaften. Für die FDP Usingen gilt dabei ein klarer Grundsatz: Mobilität bedeutet Freiheit und Selbstbestimmung. Sie lebt von vielfältigen Mobilitätsangeboten, die von den Bürgerinnen und Bürgern frei und ohne Zwang genutzt werden können. Bewährte und neue Mobilitätsformen dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen gleichberechtigt betrachtet werden.
Für die FDP ist eindeutig: Zukünftige Verkehrs- und Mobilitätskonzepte müssen ideologiefrei, problemorientiert sowie am Sinnvollen und Machbaren ausgerichtet entwickelt und umgesetzt werden.
Bis heute verfügt Usingen jedoch über kein schlüssiges und zukunftsorientiertes Master-Verkehrskonzept. Stattdessen wird seit Jahrzehnten von einer verkehrlichen „Baustelle“ zur nächsten reagiert. Ein aktuelles Beispiel ist die Verkehrssituation rund um den Schulcampus in der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße. Auch hier wird mangels eines frühzeitig entwickelten, anforderungsgerechten Verkehrskonzepts nun nachgebessert – und das über die Köpfe der betroffenen Anwohner hinweg.
Eine besondere Dauerbaustelle ist dabei die seit Jahrzehnten geführte Diskussion um die Verkehrsentlastung der Usinger Innenstadt.
Seit über 40 Jahren konzentriert sich Usingens Verkehrspolitik nahezu ausschließlich auf die Nordostumgehung. Dabei wird ein entscheidender Punkt regelmäßig ausgeblendet: Die Nordostumgehung basiert auf veralteten Zahlen, Verkehrsannahmen und Rahmenbedingungen. Zum Zeitpunkt ihrer Planung existierten weder die Südtangente noch die Heisterbachstraße. Beide Verkehrsachsen wurden erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten realisiert und tragen heute bereits wesentlich dazu bei, Durchgangsverkehr aus der Innenstadt herauszuhalten.
Damit haben sich die grundlegenden verkehrlichen Voraussetzungen, auf denen die Nordostumgehung ursprünglich beruhte, erheblich verändert. Gleichzeitig wurde der innerstädtische Verkehrsdruck durch neue Wohn- und Baugebiete – unter anderem im Bereich des ehemaligen Krankenhauses, der Pestalozzistraße, der ehemaligen KLS sowie Schleichenbach II – deutlich erhöht. Mit der steigenden Einwohnerzahl ist auch der Ziel- und Quellverkehr innerhalb der Stadt massiv gewachsen. Dieser Verkehr lässt sich durch keine Umgehungsstraße vollständig aus der Stadt verlagern.
Hinzu kommt, dass sich Usingen bewusst dafür entschieden hat, sein Versorgungszentrum am Riedborn und am Neuen Marktplatz innenstadtnah anzusiedeln. Diese politische Entscheidung führt zwangsläufig zu zusätzlichem innerstädtischem Verkehr – unabhängig von einer Umgehungsstraße.
Gleichzeitig wird seit Jahren der Eindruck erweckt, der Bau der Nordostumgehung stehe kurz bevor. Aussagen wie „Wir waren noch nie so weit wie heute“ hören Generationen von Usinger Bürgerinnen und Bürgern seit Jahrzehnten – ohne greifbares Ergebnis. Damit muss endlich Schluss sein. Wer es ernst meint mit einer spürbaren Entlastung der Innenstadt, darf sich nicht weiter an einer einzigen, überholten Lösung festklammern.
„Usingen braucht intelligente Mobilitätskonzepte, bessere Verkehrsflüsse, mehr Sicherheit und eine moderne Infrastruktur“, betont der FDP-Fraktionsvorsitzende Ralf Müller.
Die FDP Usingen hält es zudem für unrealistisch, dass die Nordostumgehung angesichts neuer kommunaler Budget-Prioritäten und massiv gestiegener Baukosten jemals realisiert wird. Nach heutiger Einschätzung werden die Kosten deutlich über 200 Millionen Euro liegen. Ziel muss es daher sein, eine pragmatische Verkehrslösung mit einem möglichst hohen Entlastungseffekt auf den Weg zu bringen – nicht zwingend die maximal denkbare, sondern die realistisch umsetzbare Lösung.
Seit Jahren liegen alternative Verkehrskonzepte vor, die mit deutlich geringeren Eingriffen in Natur und Landschaft verbunden wären, kostengünstiger sind und schneller realisiert werden könnten. Diese Alternativen dürfen jedoch nicht nur oberflächlich erwähnt, sondern müssen fachlich, sachlich und ergebnisoffen bewertet werden.
Für die FDP ist klar: Wenn Alternativen zur Nordostumgehung nachweislich schneller umsetzbar, finanziell tragfähiger und verkehrlich wirksamer sind, dann müssen diese Lösungen auch politisch verfolgt und umgesetzt werden. Eine Verkehrspolitik, die an einer einzigen Lösung festhält und damit bessere Optionen blockiert, wird den heutigen Herausforderungen nicht gerecht.
„Im Sinne der Bürgerinnen und Bürger ist es höchste Zeit, sich ehrlich von der Nordostumgehung als alleinigem Heilsversprechen zu verabschieden und den Weg für zeitgemäße, realistische und bezahlbare Verkehrslösungen freizumachen“, so Mächold abschließend. Dafür wird sich die FDP Usingen weiterhin konsequent einsetzen.